
„The Endless Summer“ – der Streifen transportierte in den Sechziger Jahren das Wellenreiten in amerikanische Wohnzimmer und verbreitete ein nie da gewesenes Lebensgefühl. Die abenteuerliche Reise um den Globus, auf der Suche nach den besten Wellen und den exotischsten Plätzen, weckte das Fernweh in Millionen von Menschen. Heute, vierzig Jahre später, möchten wir Sie auf einen ähnlichen Trip einladen und den Winden der Welt auf ihrer Reise um den Globus nachjagen.
Erst der Wind, dann die Wellen
Im Gegensatz zu den beiden wellenreitenden Protagonisten des Kultfilms stehen bei uns sagenhafte Wellen erst an zweiter Stelle, denn zum Windsurfen bedarf erst vor allem eins: Wind. Neben weltweiten Strömungen wie den Passatwinden, welche die Erdkugel entlang wandern, und uns je nach Jahreszeit gleich in mehreren Gegenden Europas und Amerikas Vergnügen bereiten, richten wir das Augenmerk auch auf regionale Strömungen, die nur zu bestimmten Zeiten besondere Reviere belüften: zum Beispiel die hawaiianischen Kona-Winde, die französischen Winde Mistral und Tramontagne oder Poniente und Levante in Südspanien.
Frühling in Venezuela, Sommer auf den Kanaren
Wie kann man ein ganzes Jahr in perfekten Bedingungen windsurfen? Unsere Reise beginnt im Frühjahr. In Venezuela sind wir im März ganz gut aufgehoben. Im Freestyle-Paradies El Yaque feilen wir bei konstantem Passat an ein paar aufregenden, neuen Manövern, vom Strand aus vom hispano-amerikanischen Jetset beäugt.
Im Sommer wird es Zeit, nach Europa zurückzukehren, dies jedoch so südlich wie möglich. Die Kanarischen Inseln locken uns mit ihrem berüchtigten Nord-Ost-Passat, der durch die Topografie der Inseln zum Teil noch verstärkt wird. Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura – für jeden Geschmack haben die Kanaren das passende Eiland parat. Jeder Tag ist hier ein Surftag, jeder Tag ein guter Tag.
Wer es noch exotischer mag, schifft über nach Marokko auf den afrikanischen Kontinent, wo ebenfalls der Nord-Ost-Wind, „El Sharki“, sein Unwesen treibt, zum Beispiel in Essaouira. Im Spätsommer warten in Portugal am Praia do Guincho dicke Klopfer (große Wellen) darauf, von uns bezwungen zu werden. Die lokale Thermik peitscht, von den Bergen kommend, Luft und Wasser auf.
Back to the Roots – im Herbst lockt die Heimat
Im Herbst stehen wir schließlich vor der Qual der Wahl. Wer den „Endless Summer“ noch etwas länger erleben möchte, muss zum entspannten Halsen nach Ägypten oder zum Waveriden nach Brasilien – Jericoacoara, oder einfach liebevoll „Jeri“ genannt, kommt unserer Vorstellung vom Himmel schon ziemlich nahe. So weit das Auge reicht, erblicken wir endlosen Strand, Palmen, Wellen und ein alter Bekannter – der Passat – sorgt für eine makellose Windstatistik.
Das Wort „kalt“ haben wir schon fast aus unserem Wortschatz verbannt. Hartgesottene können aber fürs Erste die Heimkehr antreten. Denn die von mächtigen Tiefausläufern verursachten Herbststürme belüften Europa – von Frankreich über Deutschland bis Klitmøller in Dänemark. Hier gibt es zwar keinen Sonnenbrand zu holen, dafür aber jede Menge Spaß in heimischen Gewässern.
Auf Wiedersehen, Winter!
Dem frostigen europäischen Winter entkommen wir mit einem Flugschein in das Surfmekka Hawaii, der Wiege des Windsurfens. In Mauis berühmtem Hookipa Beach Park oder Oahus Diamond Head schlitzen wir traumhafte Wellen, angetrieben von den gängigen Trade-Winds aus Osten oder um den Jahreswechsel herum auch einmal von den örtlichen und besonders starken Kona-Winden aus Westen. Während die Daheimgebliebenen noch bibbern, aalen wir uns unter der tropischen Sonne.
Frierst Du noch oder surfst Du schon?
Wir surfen! Australien und Chile sind von November bis März ebenfalls einen Abstecher wert. Wer die amerikanische Plastikgesellschaft Hawaiis satt hat, findet bei den lässigen Aussies sicher eine Bleibe. Abenteuerlustige entdecken die südamerikanischen Strände, deren Breaks sich zum weltweiten Geheimtipp gemausert haben. Lässt die Brieftasche dies nicht zu, ist Südafrika „the place to be“. In Kapstadt, unter der atemberaubenden Naturkulisse des Tafelbergs, überwintern zahlreiche Boardathleten, von „South Easter“ und „Cape Doctor“ mit endlosem Wind verwöhnt. Es gibt ihn tatsächlich, den „Endless Summer“ – auch für Windsurfer.
Links
Die beiden deutschen Surfprofis Rik Fiddicke und Florian Jung haben ihren „Endless Summer“ schon erlebt. Hier finden Sie ihre Reiseberichte:
http://www.datrip.com/home/local_heroes/Rik_Fiddike/rik_fiddike.html
http://www.live-magazin.eu/bericht.php?id=37
Regionale Windsysteme der Erde
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