Ägypten - Land der Pharaonen, ein Traum für Windsurfer

„Marhaba", sagt der Ägypter, wenn er meint „willkommen". Wer zum ersten Mal in das Land am Nil reist, taucht ein in eine fremde, orientalische Welt. Das Leben spielt sich auf den Straßen, den Basars und in den Kaffeehäuser ab. Dort sitzen die Männer unter sich, trinken Tee mit Minze oder süßen arabischen Kaffee und rauchen Wasserpfeife. Es wird „Tawla“, Backgammon gespielt und viel geredet, geschimpft und gelacht. Der Ausspruch „Insha'allah" - So Gott will - wird häufig gebraucht und spiegelt die wenig hektische Mentalität der Ägypter wieder. Alles ist nämlich „Mish Mushkella" - kein Problem.


Kultur pur - Ägypten als klassisches Kulturreiseziel

Ägypten bietet heute mit seiner reichhaltigen Geschichte, seiner pulsierenden Hauptstadt Kairo, die den Knotenpunkt zwischen Afrika, Orient und Europa darstellt und seinen einmaligen Stränden, sowohl Kulturinteressierten als auch Strandliebhabern und Wassersportlern unvergessliche Augenblicke. Die Liste der Superlative, mit denen das Land am Nil aufwarten kann ist schier endlos. Es gilt als die Wiege der Zivilisation und auch der Bürokratie, hier ist die Geburtsstätte der Steinbauarchitektur, und hier findet man das letzte erhaltene Weltwunder der Antike, die Pyramiden von Giza.


Die Halbinsel Sinai gehört bereits zu Asien - und genau hier befindet sich einer der heute beliebtesten und bekanntesten Windsurfspots der Welt  - „Dahab" – was auf Arabisch Gold bedeutet. Das Gold des kleinen Örtchens ist allerdings nicht das seltene Edelmetall, sondern der zuverlässige Wind dieser Region.

 

Aber zunächst einige allgemeine Informationen zum Reiseland Ägypten: Der Großteil der Ägypter lebt entlang des Nils, dem mit 6671 km längsten Strom der Erde. Die Landessprache ist Ägyptisch-Arabisch „Armeya“, die Staatsreligion ist der Islam. Die Anfänge der ägyptischen Zivilisation liegen ca. 7000 Jahre zurück. Dieses unvergleichliche Erbe kann an vielen Orten entlang des Niltals bestaunt werden. Beispielsweise im Ägyptische Museum in Kairo mit der Grabkammer des Tutenchamun oder in den kurz hinter Kairo beginnenden Sanddünen. Hier befinden sich die weltberühmte Sphinx und die Pyramiden von Giza. Ca. 500 km weiter südlich liegt Luxor mit seinen zahlreichen Tempelanlagen, Grabkammern und dem Tal der Könige.


Geburtsstätte des modernen Tourismus

So verwundert es nicht, dass bereits seit Jahrtausenden Menschen aus allen Teilen der Welt nach Ägypten reisen, sei es als Bildungsreisende, Pilger, Abenteurer oder als Touristen. Da ist es nur logisch, dass Ägypten auch als die Geburtsstätte des modernen Tourismus gilt. Es war der Brite Thomas Cook, der 1869 das touristische Potential der Sehenswürdigkeiten entlang des Nils als erster zu nutzen wusste und die Nilkreuzfahrt erfand – die Pauschalreise war geboren. Seit einigen Jahren verlagert sich der Tourismus vom Nil auch immer mehr nach Osten, an die verträumten Küsten des Roten Meeres.


Seit Menschengedenken ist der Nil die Lebensader Ägyptens. Jeder Quadratmeter Boden seiner Ufer wird landwirtschaftlich genutzt: Baumwolle, Weizen, Hirse, Zuckerrohr, Reis, Gemüse, Ölfrüchte und Obst sind die wichtigsten Produkte. Die Regulierung des Nils durch den Assuan-Staudamm ermöglicht bis zu vier Ernten pro Jahr. Aber durch den aufkommenden Tourismus auch am Roten Meer leben mittlerweile immer mehr Ägypter vom Tourismus, was der bis dahin wirtschaftlich verwaisten Küstenlandschaft einen ungeahnten Aufschwung beschert hat.


Vom Nil zum Roten Meer, neue Tourismus Ziele in Ägypten

Pioniere dieser Bewegung sind nicht etwa Strandurlauber und Sonnenhungrige, sondern Alternativtouristen und abenteuerliche Wassersportler, allen voran Taucher und vor allem Windsurfer. Die Suche nach unentdeckten Buchten mit Wind und Wellen im Überfluss hat sie schon vor einigen Jahren an die Küsten des Sinai und die entlegenen Strände des Roten Meeres geführt.


Dabei profitiert die Region nicht nur vom durchweg sommerlichen Klima, den schönen Stränden und dem klaren Wasser, sondern vor allem auch von der Nähe zu den Touristen. Von Europa aus gesehen ist das Rote Meer das nächstgelegene tropische Gewässer und somit das ideale Reiseziel für Windsurfer, Taucher, Schnorchler, Badeurlauber und Sonnenanbeter aus Mittel- und neuerdings auch Osteuropa.


Der Wind, das Gold des Roten Meeres

Die Küsten des Roten Meeres werden auch Oasen des Windes genannt, und dies nicht ohne Grund. Die Erklärung für diese besondere Windgunst liefert die Topographie der Gegend. Der aus nördlicher Richtung kommende Passatwind weht annähernd parallel zu den beiden großen Geländeeinschnitten des Suezgolfes und des Golfes von Aquaba, die durch den Sinai-Gebirgsblock und die arabischen Küstengebirge flankiert werden. Diese einzigartige Landschaft fungiert für den Wind wie eine riesige Düse.


Durch die Kanalisierung zwischen den Gebirgsketten kommt der Wind an den südlichen Ausgängen der beiden schmalen Meeresausläufer richtig auf Touren. Beide Düsen vereinigen sich dann im Nordteil des roten Meeres. Gebirgszüge, die zum Teil mehr als 2000 Meter hoch aufragen, bilden auch das Hinterland der hier gelegenen Windsurfreviere, die sich nicht nur auf dem Sinai befinden, sondern mittlerweile entlang der ägyptischen Küste des Roten Meeres wie Perlen an einer Kette bis in den Süden des Landes aufreihen.


Bei Dahab sind es die Erhebungen des Sinai-Gebirges, die als riesige Düse fungieren, weiter südlich bei Hurghada, Soma Bay, Safaga und Lahami Bay ist es das ägyptische Küstengebirge. Dessen Berghänge sind nahezu unbewachsen und bieten so dem Wind kaum Widerstand. All diese Eigenschaften garantieren in ihrer Gesamtheit optimale Windbedingungen für den Windsurfsport in Ägypten.


Eroberung der Windoasen - Die Anfänge des Windsurftourismus

Die Entdeckung des Roten Meeres für Windsurfer geschah schon Ende der 1980er Jahre rund um das ehemalige Fischerdorf Hurghada, heute das lebendigste Tourismuszentrum am Roten Meer. Die Eroberung des Sinais folgte dann 1993 mit der Entdeckung von Dahab, fast zeitgleich durch Ibi, einem ägyptischen Surflehrer, sowie dem Deutschen Franz Schlittenbauer, dem Urgestein der Windsurfreiseveranstalter Branche.

 

Damals war Dahab nur durch eine abenteuerliche Reise von Israel ausgehend zu erreichen. Heute ist es der beliebteste Surfspot am Roten Meer und zieht Surfer aus aller Welt an. Sein einzigartiges Flair verdankt es seiner besonderen Lage als idyllische Halbinsel vor den gewaltigen, rotbraunen Bergen des Sinai. Das einst verschlafene Beduinennest bietet mit seinen drei verschiedenen Surfrevieren, einer Speedpiste, einer Einsteigerbucht geschützt durch eine Landzunge sowie einem Dünungswellenrevier für jede Könnensstufe die ideale Spielwiese.


Doch nicht nur mit Wind ist Dahab reich gesegnet, auch die Hotellerie mit mittlerweile einer großen Auswahl an 4-Sterne und zwei nagelneuen 5-Sterne-Luxus Hotels sowie das nahe liegende, malerische Dörfchen „Masbat" bieten auch für Nichtsurfer die richtige Urlaubsumgebung. Zugleich ist Dahab auch bei Tauchern in aller Welt beliebt und bietet einmalige Einblicke in die Unterwasserwelt. Daran konnten auch die heimtückischen Terroranschläge vom April 2006 nichts ändern.


Auch wenn Dahab noch heute der beliebteste Spot ist, so gingen die Entdeckungsreisen gen Süden weiter. Das nächste Highlight war die Anfang 2000 entdeckte Soma Bay, südlich von Hurghada gelegen, die mit einmaligen Flachwasserpisten einzigartige Bedingungen für Wind- und Kitesurfer bietet: weißer Sand, türkises Wasser und immerwährender, warmer Wind. Mittlerweile säumen hier gleich mehrere 5-Sterne Hotels die malerische Bucht.


Noch weiter im Süden findet man weitere Reiseziele für Windsurfer, die auch für die selbst in Ägypten kühleren Wintermonate sommerlich warmes Surfvergnügen bieten, so zum Beispiel die Lahami Bay. Hier findet man auch in den Weihnachtsferien abends noch angenehme T-Shirt-Temperaturen vor. Neben wiederum traumhaften Windbedingungen sind hier einige der schönsten und noch weitgehend unberührten Tauchspots zu finden.


Die Entdeckungsreise führt weiter gen Süden

Die Liste der Windsurfreviere wächst derweil stetig. Orte wie Ras Sudr oder El Tur auf dem Sinai, die künstliche Wüstenstadt El Guna und das nahe des berühmten Paulus-Klosters gelegene Zaafarana, die südlich von Hurghada liegende Makadi Bay, Marsa Alam und El Naaba noch weiter im Süden und nicht zu vergessen Lahami Bay, schon fast an der Grenze zum Sudan gelegen, sind in Surferkreisen bekannte und zugleich wohlklingende Namen.


Mittlerweile ist fast die ganze Küste bis kurz vor dem Sudan erforscht und man darf gespannt sein, welche neuen Reviere die Windsurfpioniere noch entdeckt haben. Ägypten hat als orientalisches Reiseland schon längst seinen festen Platz unter den Wunschurlaubszielen von Wassersportlern. Mit vergleichbar günstigen Preisen, stellt das Land eine abwechslungsreiche Alternative zu den sonst so beliebten Kanarischen Inseln dar, die weithin als das europäische Pendant zum Windsurfmekka Hawaii gelten.


Kultur, Ambiente, wunderschöne Strände und Gastfreundschaft

Ägypten glänzt mit einer unvergleichlichen Mischung aus Kultur, Geschichte, orientalischem Flair, wunderschönen Stränden mit türkisem Wasser und natürlich jeder Menge Wind bei immerwährend sommerlichen Temperaturen. Die einzigartige Gastfreundschaft der Ägypter, die man vor allem an den abgelegenen Surfspots außerhalb der Hotelanlagen vorfindet, ist geradezu herzerwärmend und hinterlässt bleibenden Eindruck. Wer nicht seinen ganzen Urlaub am Strand verbringen möchte kann bequem einen Tagestrip nach Kairo, zu den Pyramiden oder nach Luxor ins Tal der Könige unternehmen.

 

Das unvergessliche Gefühl, nach einem langen, anstrengenden aber unbeschreiblich schönen Surftag seine müden Glieder auf eines der traditionellen arabischen Sofas in einer Strandbar fallen zu lassen, ein kühles Bier zu genießen und mit Meerblick genüsslich an einer Wasserpfeife mit Apfeltabak zu ziehen, ist unübertroffen und bewegt die meisten der Surfurlauber dazu wiederzukommen, nach Ägypten, das Land mit den Oasen des Windes.

 

Link

Informationen zu vier der wichtigsten Windsurf-Reiseziele in Ägypten gibt es beim Reiseveranstalter Surf & Action Company. Gegründet vom Windsurfpionier Franz Schlittenbauer wird das Unternehmen mittlweile von seinem Sohn Markus mit nicht weniger Enthusiasmus fortgeführt. Die Suche nach neuen Revieren in aller Welt ist nach wie vor fester Bestandteil der Firmenphilosophie.

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