

Italien ist bekannt für seine Pasta, den Wein, die Mafia und seine ständig wechselnde Regierung. Es gibt aber natürlich noch viel mehr, dass dieses wunderbare Land zu bieten hat, besonders in sportlicher Hinsicht. Ferrari, Valentino Rossi, Alberto Tomba und allen voran die „Squadra Azzurra“, die italienische Fußball Nationalmannschaft, für die Italien als amtierender Fußball Weltmeister überall auf der Welt bekannt ist.
Der erste Loop
Wenn man über Sport und Italien spricht, sollte man einen wichtigen Teil nicht auslassen: Windsurfen. Obwohl italienische Windsurfer nie die professionelle weltweite Tour der PWA dominiert haben, gibt es doch welche, die Geschichte schrieben. Cesare Cantagalli zum Beispiel. Er erfand die „Cheese Roll“, den ersten Vorwärtssalto überhaupt, was eine neue Dimension des Windsurfens in den späten 80ern eröffnete.
Der berühmte See
Italien ist auch bekannt für einige großartige Windsurf-Spots, die das Land in dieser Hinsicht auszeichnen. Für den ein oder anderen mag es überraschend klingen, aber es ist nicht die mehrere hundert Kilometer lange Küste, die mit den meisten bekannten Windsurf-Locations aufwarten kann. Es sind die Berge. Ein Süßwassersee in den südlichen Alpen ist Italiens Windsurf-Metropole schlechthin. Eingerahmt von schneebedeckten Berggipfeln aber andererseits mit mediterranem Klima und italienischem Flair lockt der Gardasee die Surfer seit Jahren.
Der kleine Ort Torbole am See ist Austragungsstätte unzähliger Wettkämpfe aller Klassen, Weltmeisterschaften, Freestyle Events und vieles mehr. Die außergewöhnliche Landschaft, warme Temperaturen und schließlich die täglichen thermischen Winde „Vento“ und „Ora“ machen diesen Ort einzigartig. Als in den 80er Jahren die Windsurfer den Gardasee entdeckten, konnte man den See beinahe trockenen Fußes überqueren aufgrund der gewaltigen Anzahl von Windsurfboards auf dem Wasser.
Nach den Seen kommen die Inseln
Es gibt auch einige fantastische Windsurf Spots auf der Insel Sardinien. Porto Pollo beispielsweise und einige andere weniger bekannte Orte, die hervorragende Bedingungen zum Wave-Surfen vorhalten. Chia im Süden der Insel hat eine wirklich gute Welle, die bei beinahe jeder Windrichtung funktioniert. Die Westküste lockt ebenso nicht nur mit einer bezaubernden Landschaft. Am Capo Mannu bricht die größte Welle des Mittelmeeres.
Die zweitgrößte Insel Italiens ist Sizilien, wo man einen der radikalsten Spots der Region finden kann. Er heißt Puzziteddu und liegt rund 10 km entfernt von Marzara del Vallo an der Südwestküste. Dort gibt es eine beeindruckende Wind-Stetigkeit mit 280 Windtagen pro Jahr. Wenn man im Sommer nach Sizilien kommt, weht zwischen der kalabrischen Küste und Sizilien ein thermischer Zug mit 25 Knoten täglich. Der richtige Spot dafür ist Tremestieri nur 10 km südlich von Messina.
Das Festland
Natürlich kann auch das italienische Festland mit einigen großartigen Plätzen zum Windsurfen glänzen. Zum Beispiel die bedeutende Hafenstadt Livorno in der Toskana. Die Küste, von wo aus die Fähren nach Sardinien ablegen, ist für radikale Windsurf-Aktion bekannt. Vor allem wenn der südöstliche Wüstenwind „Scirocco“ bläst. Vom Frühling bis zum Herbst ist Talamone der windigste Ort in dieser Gegend. Ein starker thermischer Wind mit 20 bis 25 Knoten fegt hier fast täglich übers Land.
Auch in der Region Latio in der Nähe der Hauptstadt Rom bieten sich eine Unmenge Spots an für so ziemlich jede Windrichtung. Die besten Spots für Südost-Winde sind beispielsweise Banzaii, Sant Agostino, La Central und Civitavecchia. Wenn Westwinde wehen sollte man sich die Bucht von Latina nicht entgehen lassen mit guten Wellen und wunderbaren sommerlichen Thermalwinden.
Ortswechsel zur Adria. Im Süden ist die Halbinsel Gargano der wohl bekannteste Platz unter den Windsurfern. Geht man noch weiter Richtung Süden gibt es eine Menge weiterer guter Spots, wie Alimini, Santa Maria di Leuca oder Porto Cesareo am Ionischen Meer. Auch der Norden der Adria kann sich mit ein paar schönen Windsurfdestinationen sehen lassen. Termoli, wahrscheinlich der beste Spot dieser Region, ist bei Nordostwind am besten.
Alessandra Sensini – der Teamkapitän
Oder besser die Teamkapitänin? Alessandra Sensini ist die einzige Olympische Windsurferin, die bei allen drei vergangenen Olympischen Sommerspielen mit Medaillen nach Hause fuhr. Bronze in Atlanta 1996, Gold in Sydney 2000 und in Athen 2004 Bronze auf dem Mistral One Design. Jetzt ist sie auf dem besten Weg in Peking bei den Olympischen Spielen ihre vierte Medaille zu ergattern. Sie bringt sehr gute Voraussetzungen mit, nachdem sie bereits 2007 Weltmeisterin auf dem neuen olympischen RS:X Material am Gardasee wurde und auch den RS:X Event in Auckland (Neuseeland) im Januar 2008 gewann.
Um genau zu sein ist die Liste von Alessandras Titeln wesentlich länger, um nicht zu sagen endlos. Deshalb ist liegt es nahe, sie als den perfekten Kapitän für das italienische Windsurf Nationalteam in Betracht zu ziehen. Sie wäre die ideale Besetzung mit ihrer langen Wettkampferfahrung und ihrer starken persönlichen Disziplin.
Roberto Hofmann – Der Libero
Er ist eine Windsurf-Ikone in Italien. Wo auch immer etwas Wind bläst ist er auf dem Wasser… aus purer Leidenschaft. Roberto lebt eigentlich in Rom, wenn er nicht gerade um die Welt reist und mit dem Verkauf von Windsurf-Produkten beschäftigt ist. Er beherrscht sechs Sprachen und ist als Sprecher auf den World Cup Events in vielen Ländern sehr bekannt. Erst kürzlich kam er mit guten Ergebnissen ins Wettkampfgeschehen zurück. Mit seiner Erfahrung und seinen Fähigkeiten wäre Roberto der ideale Libero für das Windsurf-Nationalteam von Italien.
Andrea Rosati – Das Multitalent
Andrea ist ein Alleskönner. Er startet bei jedem Wettkampf in Italien, egal ob Freestyle, Slalom oder Wave. Er wohnt in Rom aber verbringt die Winter in Südafrika zum Trainieren. Andrea arbeitet in der Forschung und Entwicklung eines Boardherstellers. Er wird noch jahrelang die italienische Flagge bei Wettkämpfen hochhalten.
Raimondo Gasperini – Der Routinier
Raimondo rekrutiert heute junge Talente. Als ein erfahrener Surfer mit vielen Jahren im Wettkampfgeschehen, kümmert er sich aktuell um einige junge Brasilianer. Manchmal trifft man ihn noch bei Rennen aber die meiste Zeit verbringt er mit seiner Talentschmiede oder mit seinen Kindern. Nichtsdestotrotz würde Raimondo dem Team den Rücken stärken, vor allem den jungen „Young Guns“.
Andrea Cucchi – Der Racer
Andrea öffnete seine eigene Segelfirma vor ein paar Jahren, nachdem er eine lange Zeit Rennen gefahren ist, vor allem am Gardasee. Er ist als der einzige Einheimische bekannt, der beinahe alle Wettkämpfe auf dem See gewonnen hat. Auch wenn er jetzt mehr Zeit in seiner Firma verbringt als auf dem Wasser, würde er immer noch auf einem sehr hohen Niveau starten.
Patrik Diethelm – Der Shaper
Der in der Schweiz geborene Patrik Diethelm verbringt die meiste Zeit mit seiner Partnerin Karin Jaggi – mehrfache Weltmeisterin und aktuell die schnellste Windsurferin der Welt – beim Testen von Boards für eine sehr bekannte Firma. Er ist selber einer der schnellsten Surfer der Welt und ein großartiger Slalompilot ebenso. Im März ergatterte er den Speedweltrekord auf einem Serienboard. Patrik ist einer der technischsten Typen weit und breit. Er würde das italienische Team mit seinem unschlagbaren Wissen über Material und Trimmen bereichern.
Mattia Pedrani – Der junge Wilde
Mattia ist ein top Freestyler, obwohl er eigentlich etwas zu groß ist für diese Disziplin. Aber es gibt keinen Trick, den er nicht macht. Er hat in diesem Jahr den ersten Freestyle Titel gewonnen. Im letzten Jahr hat er sogar den Madagaskar Event gewonnen. Er ist einer, auf den man ein Auge haben sollte.
Abschließend bleibt nun noch zu sagen: Italien ist wahrscheinlich das beste Land der Erde was Essen, Frauen, Windsurfen, Klima, nette Leute und natürlich Fußball betrifft.
Links
Eine Liste der Surfspots in Italien
Website von Alessandra Sensini (italienische Website)
Andrea Rosati’s Profil bei der PWA (englische Website)
Website von Raimondo Gasperini (italienische Website)
Andrea Cucchi auf der Formula Windsurfing Class Website (englische Website)
Website von Patrik Diethelm (englische Website)
Website von Mattia Pedrani (englische Website)
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