L’Equipe Tricolore - Frankreich hat alles zu bieten!

Die Windsurfsaison 2008 begann im März mit dem ersten PWA Event auf den Kapverden und wird bald in vollem Gang sein mit weiteren Profi-Wettkämpfen in aller Welt, Amateur Veranstaltungen wie dem Défi Wind in Frankreich und schließlich den Olympischen Spielen, bei denen die Windsurfer der brandneuen RS:X Klasse um die Medaillen kämpfen. Bei jedem dieser Events werden die wichtigsten Windsurfnationen wie Deutschland, Frankreich, UK, USA und Spanien durch ein Team von Top-Windsurfern aus allen Teilen des Landes vertreten.  Darum wollen wir die französische Windsurfszene und die Zusammenstellung ihres Nationalteams genauer unter die Lupe nehmen.  


Windsurfen in Frankreich, Nord gegen Süd

Die Franzosen sind „Windverrückte”. Sie brauchen einen Beweis? Besuchen Sie doch einmal das Mondial du Vent Festival in Leucate als einer von 160.000 begeisterten „Windfans“, oder nehmen Sie Teil am unglaublichen Défi Wind Race, bei dem dieses Jahr 800 Windsurfer in einem einzigen Rennen den starken Tramontagne Wind herausfordern, und das auf einem Langstreckenrennen von mindestens 15 Kilometern.

 

In Frankreich ist Windsurfen überall vertreten, wobei man zwei Regionen unterscheiden kann. Die Nord- und Westküste Frankreichs, an der der Wind hauptsächlich von Tiefdruckgebiete verursacht wird, ist bekannt für seine guten Wavesailing-Bedingungen. Wissant im Norden, Siouville im Cotentin, sowie die Halbinseln Crozon und Quiberon gehören zu den Top-Wave Spots in Frankreich und ganz Europa. Das Gleiche gilt sowohl für die legendäre Region La Torche, den bekanntesten Spot für Big Wave Windsurfing in Frankreich, als auch für L’ile aux Vaches, wo Weltklasseathleten wie Antoine Albeau und Julien Taboulet diesen Winter bei epischen Bedingungen in gigantischen Riesenwellen ihr Können unter Beweis stellten.

 

Im Süden Frankreichs dagegen, an der Mittelmeerküste, blasen Thermikwindsysteme wie der Mistral und der Tramontagne stark und regelmäßig das ganze Jahr über und liefern dadurch konstante Freestyle- und Speedsailing-Bedingungen, sowie gute Voraussetzungen fürs Wellensurfen, beispielsweise in der Region um Marseille. Zusammen genommen hat Frankreich 5.500 Küstenkilometer und bietet eine unglaubliche Vielfalt an Windsurf-Bedingungen. Kein Wunder also, dass viele der besten Windsurfer der Welt Franzosen sind.    


Team Kapitän: Antoine Albeau

Antoine Albeau, geboren auf der Ile de Ré an der französischen Süd-West-Küste, ist eine Surflegende und unangefochtener Anführer der französischen Windsurfszene. Er ist es gewöhnt riesige, kraftvolle Wellen zu reiten, hält momentan den Speedsailing Weltrekord und kann auf etliche Weltmeistertitel in fast jeder einzelnen Windsurf-Disziplin zurückblicken. Neben seinen hervorragenden technischen Fähigkeiten, machen Erfahrung und Vielseitigkeit Antoine Albeau zum perfekten Kapitän des französischen Nationalteams. Antoine, der wegen seiner beeindruckenden Größe von 1,85m, seinen 100 Kilo Körpergewicht und einer von der Natur gegebenen Muskelkraft den Spitznamen „Französischer Elefant” trägt, hat darüber hinaus eine sehr professionelle Einstellung zum Sport. Daher zweifelt wirklich niemand an seiner Führungsrolle im Team!


Jeder Surfer nimmt einen besonderen Platz ein im Team

Der Rest des französischen Teams besteht aus einer Vielzahl von talentierten Windsurfern, von denen jeder seinen eigenen Stil und seine Lieblings-Disziplin hat.

Beginnen wir mit den „Jungen Wilden“: Thomas Traversa aus Aubagne in der Nähe von Marseille ist einer der besten Fresstyler und Waverider der Welt. Er hat einen einzigartigen, flüssigen Stil und ist ein gefürchteter Gegner, auch wenn er eigentlich lieber reist und dabei neue Wellen entdeckt, anstatt einen Wettkampf zu bestreiten. Ein weiterer Kandidat ist Julien Taboulet, der unbelastet von Sicherheitsbedenken mit einer „No-Risk-No-Fun Einstellung“ surft. Geboren in Leucate, wo es vor allem starken Wind und flaches Wasser gibt, wurde er trotzdem einer der besten Wellensurfer der Welt.

 

In Bezug auf die erfahrenen Windsurfer des Teams muss auf jeden Fall der Name Xavier Huart fallen. Er ist bereits seit Jahren auf der PWA Tour und ist vor allem gefährlich bei rauen Backbord-Bedingungen. Je größer die Wellen sind, desto höher springt er! Auch Yann Sorlut, unauffällig vom Charakter her aber dennoch ein Allround-Wavesurfer, ist ein guter World Cup Kämpfer und lebt momentan in Carro im Süden Frankreichs, das bekannt ist als attraktiver Wave Spot. 

 

In den Race Disziplinen versuchen Cyril Moussilmani und Julien Quentel ihrem Anführer Antoine Albeau nachzueifern. Cyril, der aus Marseille stammt und dort das ganze Jahr über surft, ist ein guter Windsurfer in allen Disziplinen und war 2007 der zweitbeste Franzose in der PWA Slalom Rangliste. Julien Quentel, geboren auf der französischen Insel Guadaloupe, ist ein junges Slalom-Heißblut und trainiert momentan in der nationalen Segelschule in Quiberon an der französischen Westküste. Schließlich ist da noch Valérie Ghibaudo, ehemalige französische Meisterin, die 2007 ein beeindruckendes Comeback hinlegte, indem sie den zweiten Platz im PWA Frauen Slalom belegte. Dieses Jahr will sie den Titel holen! 

 

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass Faustine Merret aus Brest und Julien Bontemps aus Nantes Frankreich bei den Olympischen Spielen vertreten werden. Faustine Merret hat bereits eine Goldmedaille 2004 in Athen gewonnen und wird darum kämpfen, ihren Titel in Peking zu verteidigen.

 

Training und Wettkampf zu Hause

Im Gegensatz zu professionellen Windsurfern aus anderen mitteleuropäischen Ländern, können die französischen Surfer den Großteil ihres Trainings in Frankreich absolvieren. Daher werden sie normalerweise zu Vorzeigefiguren ihrer Heimatregion: Antoine Albeau für Ile de Ré, Julien Taboulet für Leucate, Cyril Moussilmani für Marseille...

 

Und französische Windsurfer können nicht nur zu Hause unter konstanten Bedingungen trainieren, sie können auch an einem der vielen Windsurfing Wettkämpfe teilnehmen: French Tour AFF/FFV (Wave und Slalom), der Master of Speed Event, das Mondial du Vent Festival, das Défi Wind Race, die French Sailing Olympic Week... Frankreich hat alles zu bieten, was das Windsurferherz begehrt und das französische Nationalteam ist gut gerüstet für die kommenden Sport-Großereignisse!

 

Große internationale Titel in französischer Hand

Die Liste der französischen Weltmeistertitel geht zurück bis ins Jahr 1984, in dem Nathalie Le Lievre ihren ersten Titel holte. 1994 gewann dann Antoine Albeau seine ersten Weltmeistertitel (Slalom, Racing und Overall), dann, 1996, gewann Patrice Belbeoch’h als bisher einziger Franzose eine Wave-Weltmeisterschaft. „Heute wächst die Liste unaufhaltsam dank Antoine Albeaus Titeln, und das wird ohne Zweifel den Rest des Teams anspornen, noch mehr Titel zu ergattern!

 

2008: Antoine Albeau, Speedsailing Weltrekordhalter (49,09 Knoten)
2007: Antoine Albeau, PWA Slalom Weltmeister
2007: Antoine Albeau, Speed Weltmeister
2007: Antoine Albeau, Formula Windsurfing Weltmeister
2006: Antoine Albeau, PWA Slalom Weltmeister
2006: Antoine Albeau, PWA Supercross Weltmeister
2005: Antoine Albeau, Formula Windsurfing Weltmeister
2004: Antoine Albeau, Formula Windsurfing Weltmeister
2001: Antoine Albeau, PWA Freestyle Weltmeister
1997: Nathalie Le Lievre, PWA Gesamtweltmeister
1996: Patrice Belbeoch'h, PWA Wave Weltmeister
1996: Nathalie Le Lievre, PWA Gesamtweltmeister
1995: Nathalie Le Lievre, PWA Gesamtweltmeister

1994: Antoine Albeau, dreifacher Weltmeister (Slalom, Racing und Overall)
1985: Nathalie Le Lievre, Gesamtweltmeister
1984: Nathalie Le Lievre, Gesamtweltmeister

Links
Website der Professional Windsurfers Association PWA

Die Disziplinen: Wave, freestyle, racing, speed

Die großen Französischen Events: Le Dèfi Wind, Mondial du Vent

Die Französische Tour: AFF

Stories: Antoine Albeau, Youngsters on the Tour, Olympia 2008, The Female Revolution, Winds of the World

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