
Auf so genannten „Young Guns Camps“ lernen junge Windsurf-Aufsteiger die neuesten Manöver. Während wenige Kilometer entfernt Touristen bewegungslos in der Sonne liegen, geht es am Strand von Sotavento ungleich geschäftiger zu. Das „Young Guns of Freestyle Camp“, ein intensives Trainingslager für junge Windsurfer, versammelt ambitionierte Brettathleten jeder Könnensstufe auf der windumzausten Insel Fuerteventura.
Ein- und Aufsteiger arbeiten am Wasserstart oder wagen sich gar an die ersten Vorwärtsloops, internationale Talente feilen gemeinsam an den neusten, atemberaubenden Sprungkombinationen. Sie alle eint die Liebe zu Strand, Wind und Wellen und die Begeisterung für die Trenddisziplin Freestyle.


Das etwas andere Ferienlager
Ferien auf dem Bauernhof? Das war gestern. Vom 28. Juni bis 12. Juli sind Wasserratten auf den Kanarischen Inseln auf jeden Fall besser aufgehoben. Zwar wird man dort im Morgengrauen nicht von krähendem Federvieh geweckt und kann auch keine gesunde Bergluft schnuppern, dafür wird man von Sommer, Sonne, Strand und vor allen Dingen Wind empfangen.
Der Tageslauf eines solchen Trainingslagers sieht ungefähr folgendermaßen aus: Man wälzt sich aus dem Bett einer der direkt am Strand gelegenen „Casas del Mar“, nachdem man die vergangene Nacht mit Windsurfern aus aller Welt zum Tage gemacht hat. Der heiße Wind schlägt einem ins Gesicht und peitscht den Sand über die Insel. Am Surfcenter bekommen Kids und Youngsters das passende Board und Segel verpasst und es geht ab aufs Wasser.
Abgesehen von professionellen Surfseminaren – 24 Stunden Betreuung, teilweise von echten World Cup-Profis – werden neue Freundschaften geschlossen, und weil die Teilnehmer solcher Camps aus aller Herren Länder kommen, werden ganz nebenbei Fremdsprachen gelernt. Das Leben spielt sich am Strand ab, man surft und hängt mit Gleichaltrigen aus der kreativen Freestyle-Szene ab. Es gibt wirklich weniger gute Möglichkeiten, den Sommer zu genießen.



Freestyle – jung und wild
Manch aktueller World Cup-Favorit hat schon auf Freestyle Camps an seinen Sprungrotationen gefeilt. Freestyle ist die jugendlichste, sich am schnellsten verändernde Windsurfdisziplin. Im Gegensatz zu Racing und Wave-Wettkämpfen spielen hier auch sehr junge Surfer schon in einer Liga mit den Besten der Welt. Der amtierende Weltmeister, Marcilio „Brawzinho“ Browne aus Brasilien, ist 18 Jahre alt. Die Karibin Sarah-Quita Offringa kämpft mit 16 Jahren bereits um die Weltmeisterkrone und hat gute Chancen, den Titel in diesem Jahr zu gewinnen.
Spanien und Griechenland warten
Daneben gibt es auf Fuerteventura im Übrigen auch Slalom- und Speedsurf-Seminare, die auch Hobbysurfern helfen, die Leistung auf dem heimischen Baggersee entscheidend zu verbessern.
Keine Lust auf die Kanaren? Das Fanatic Freestyle Camp im andalusischen Tarifa vom 24. Mai bis 7. Juni und das North Sails Young Blood Camp – hier wird unter anderem der Freestyle-Weltmeister von 2006, Gollito Estredo aus Venezuela, seine Geheimnisse preisgeben – warten ebenfalls darauf, junge Talente in Sachen Freestyle auf den neuesten Stand zu bringen.
Vom 3. bis 10. August lockt das Young Gun Camp im griechischen Prasonisi auf der Insel Rhodos mit unter anderem Ex-Weltmeister Ricardo Campello und dem besten deutschen Freestyler Andre Paskowski mit fantastischen Bedingungen und stark reduzierten Preisen für Leihmaterial für Jugendliche unter 18 Jahren.
Und das Beste: mit den neu erlernten Moves kann man auch an deutschen Seen und Küsten auftrumpfen. Wer es Sarah-Quita, Marcilio und Gollito nach machen möchte und seine Freunde mit neuen Freestyletricks zum Staunen bringen will, der sollte nicht zögern. Die Ferien auf dem Bauernhof können warten.
Links
Surfcenter von René Egli auf Fuerteventura
North Sails Young Blood Camp
Young Gun Camp im griechischen Prasonisi
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