Défi Wind – Das größte Windsurf-Rennen der Welt

800 Windsurfer auf einmal

Zumindest am Start. Denn schon bald werden die Profis im Starterfeld die Hobbysurfer hinter sich lassen. „Le Défi“, wie das Rennen offiziell heißt, ist definitiv die größte Herausforderung für Amateure. Denn es ist nicht nur eine einzigartige Chance, mit den Besten der Besten zu starten. „Le Défi“ ist ein Jedermann-Marathon auf dem Wasser und stellt herausragende Anforderungen an die körperliche Verfassung der Teilnehmer. 40 Kilometer lang ist der Slalomkurs. Das ist nicht nur für Läufer ein echter Marathon.

 

Stephan Gölnitz, Redakteur des bekannten Surf-Magazins, lies beim Défi 2007 eine Pulsuhr seine Herzschläge aufzeichnen. Das Ergebnis: über 180 Schläge pro Minute mehr als 30 Minuten lang. Das fällt eindeutig in die Kategorie „sehr anstrengend“ und veranlasst so manchen Teilnehmer, sich während dem Rennen auf den Sandbänken bei ein paar Schritten zu Fuß etwas auszuruhen. Aus dem Grund schaffen auch nicht alle Starter die bis zu drei Rennen pro Tag.

 

Material von hunderten Surfern füllt den Strand, Foto SarahA2 Defi Wind

 

Das größte Jedermann-Windsurfrennen der Welt

Das Défi Wind wurde 2001 geboren aus der Idee heraus, so viele Windsurfer wie möglich gemeinsam an den Start zu bringen, Profis und Amateure gleichermaßen. In Fachkreisen spricht man hier von einem „Full Fleet Rennen“. Alle gemeldeten Starter gehen gleichzeitig bei ein und demselben Rennen an den Start, wie bei einem großen Citymarathon, nur sehr viel schneller. Gruissan, an der französischen Mittelmeerküste gelegen und einer der bekanntesten europäischen Windsurf-Spots, ist dafür bestens geeignet. Seither gleicht der Event einer Pilgerstätte, was zeigt: die Idee funktioniert. Immer mehr Teilnehmer aus immer mehr Nationen kommen hierher, um gemeinsam ihren Sport zu zelebrieren.

 

Gruppenfoto einer Massenveranstaltung
Foto SarahA2 Défi Wind
Kilometer langes Feld
Foto SarahA2 Défi Wind
Titelverteidiger Antoine Albeau beim Défi 2007
Foto SarahA2 Défi Wind

 

1000 Starter im Jahr 2010

Seit 2006 begannen die Veranstalter somit ein konkretes großes Ziel zu verfolgen: 1000 Starter im Jahr 2010. Erfolgreich wächst das Teilnehmerfeld von Jahr zu Jahr um 100 Starter, passend zur Jahreszahl. Die Veranstalter müssen sogar reihenweise Anmeldungen zurückweisen. Bereits in der ersten Anmeldewoche für das Défi Wind 2008 gingen über 1000 Anfragen aus 14 Nationen weltweit für die 800 Startplätze ein. „Le Défi“ ist wirklich unbestritten DAS wichtigste internationale Jedermann-Windsurfevent.

 

200 Meter breite Startlinie

1000 Starter auf einmal mag sich zunächst wenig spektakulär anhören, vergleicht man das zum Beispiel mit den großen Marathonveranstaltungen mit zehntausenden Teilnehmern. 1000 Windsurfer auf einmal jedoch, die möglichst gleichzeitig per fliegendem Start über eine imaginäre Linie gleiten sollen, stellt jedes Jahr eine technische Herausforderung an die Organisatoren dar. So schießen alle Surfer mit voller Geschwindigkeit parallel zum Strand auf ein mit Vollgas heranrasendes 200 PS starkes Motorboot zu, das direkt in Richtung Strand fährt, die Startlinie entlang. Hinter dem Boot erst darf die Linie überquert werden. Wer bremst verliert schnell einmal mehrere hundert Plätze. Doch das ist beim „Le Défi“ egal, denn hier zählt vor allem der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“ und das Durchkommen. Denn im normalen Windsurferalltag ist der Marathon ebenso wie bei den Läufern eher die Ausnahme.

 

Mit Weltstars in einem Rennen

Das Défi bietet aber noch mehr als „nur“ die Gemeinschaft einer Liebe zum Sport. Hier kann man zusammen mit Weltstars auf Augenhöhe surfen, wie schon erwähnt zumindest beim Start. Zum Beispiel mit Antoine Albeau, dem mehrfachen Weltmeister und schnellsten Mann auf dem Wasser überhaupt. Das Défi gehört fest zu seinem Tourkalender, obwohl es hier im Grunde „nur“ um die Ehre geht. Nichtsdestotrotz, wer kann schon behaupten bei einem Rennen gegen 700 andere Starter gewonnen zu haben. Albeau kann das! 2007 war er der erste, der von damals 700 Teilnehmern über die Ziellinie schoss. Dieses Jahr kommt er als Titelverteidiger, um gegen 800 Konkurrenten anzutreten. Die Gemeinschaft und der „Starfaktor“ verleihen dem „Défi“ somit einen einzigartigen und ganz speziellen Charakter.

 

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