
Das gilt auf dem Wasser ganz besonders. Windsurfen ist KEIN gefährlicher Sport, aber gerade als Einsteiger, wenn man noch nicht viel Erfahrung mit Wassersport im Allgemeinen und mit dem Windsurfequipment im Besonderen hat, ist es wichtig, die allgemein gültigen Sicherheitsregeln auf dem Wasser zu kennen.
Hierzu gehören zum einen die Regeln, die es gegenüber Motorbooten und Berufsschiffahrt zu beachten gilt (siehe unten) sowie die Vorfahrtsregeln, die unter den Windsurfern und Seglern gelten, und zum anderen die Sicherheitsregeln, die einem helfen in Gefahrensituationen zu vermeiden bzw. dann instinktiv richtig zu handeln.
Die Regeln gegenüber Motorbooten sind recht schnell erklärt: Motorboote müssen Surfern und Seglern ausweichen. Auf dieses Vorfahrtsrecht sollte man aber als Surfer nicht pochen, denn im Zweifel ist man gegenüber einem Motorboot immer der Schwächere. Deshalb ist man immer gut beraten einen ausreichenden Abstand zu fahrenden Motorbooten, aber auch zu Hafeneinfahrten, Fahrrinnen und auch Bojenfeldern und Anlegestegen zu halten.
Berufsschiffsverkehr hat grundsätzlich Vorfahrt. Hierzu gehören Ausflugsdampfer, Fähren, Schiffe, die im Liniendienst verkehren, Binnenschiffe, aber auch Einsatzboote der Polizei und der Rettungskräfte. Auf Binnengewässern sind solche Schiffe meist mit einer weithin sichtbaren grünen Kugel auf den Schiffsaufbauten zu erkennen. Zu keinerlei Problemen kann es kommen, wenn man stets, wie oben beschrieben, den gebotenem Abstand zu motorgetriebenen Schiffen einhält.
Zu Schwimmern sollten jeder Zeit ca. drei Mastlängen Abstand gewahrt werden. Auch Wellenreiter und andere Wassersportler ohne Segel- oder Motorantrieb sind gegenüber Windsurfern benachteiligt und haben deshalb Vorfahrt. Windsurfen in Badezonen und Naturschutzgebieten ist verboten.
Grundsätzlich ist es immer zu empfehlen, sich vorab über die örtlichen Gegebenheiten zu informieren. Dies gilt insbesondere an Küsten- und Fließgewässern, wo Tidenhub, Brandung und Strömungen zusätzliche Gefahren darstellen können.
Auch auf dem Wasser gibt es Vorfahrtsregeln, genau wie im Straßenverkehr. Allerdings funktionieren Regeln wie zum Beispiel "rechts vor links" auf dem Wasser, wo es keine Straßen gibt, nicht. Um aber dennoch Kollisionen zu vermeiden gibt es drei grundlegende Vorfahrtsregeln, die für alle segelgetriebenen Wasserfahrzeuge gelten, auch für Segelboote.

1. Lee vor Luv
Auch hier ist wiederum der Wind ausschlaggebend. Daher gibt es Bezeichnungen für die "dem Wind abgewandte Seite“ (Lee) und die "dem Wind zugewandte Seite“ (Luv) - siehe Grafik.
Surfer (2) auf der nebenstehenden Grafik zum Beispiel surft bei uferparallelem Wind von rechts auf Halbwindkurs. Surfer (1) aber surft auf einem Amwindkurs und steuert somit nicht "quer" zum Wind, sondern nach Luv. Würden beide stur ihrem Kurs folgen, käme es zur Kollision.
Die erste Regel lautet daher "Lee vor Luv". Fährt ein anderer Surfer in die gleiche Richtung wie du (hier vom Ufer weg), befindet sich aber in Lee von dir, musst du ihm ausweichen, falls sich eure Kurse kreuzen. Der Surfer in Lee (1) hat Vorfahrt vor dem Surfer in Luv (2).

2. Backbordbug vor Steuerbordbug
Aber wer hat Vorfahrt, wenn zwei Surfer in entgegengesetzter Richtung auf einander zu fahren und sich ihre Kurse kreuzen? Hier greift die zweite Regel "Backbordbug vor Steuerbordbug". Kommt dir ein Surfer entgegen, hat derjenige Vorfahrt, dessen Segel sich aus der jeweils eigenen Sicht auf der linken Seite des Boards befindet (backbord).
In der Grafik rechts fährt Surfer (2) bei uferparallelem Wind von rechts landeinwärts auf einem Raumwindkurs. Er hat sein Segel aus seiner Sicht auf der rechten Seite seines Boards (steuerbord). Daher hat Surfer (1), der vom Ufer aufs Wasser hinaus fährt und sein Segel dabei aus der aus seiner Sicht linken Seite seines Boards (backbord) fährt Vorfahrt. Beim Windsurfen einfach zu merken ist Folgendes: Hast du deine rechte Hand näher am Mast, dann hast du Vorfahrt.
3. Kurshaltepflicht
Damit es bei den oben beschriebenen Situationen garantiert nicht zur Kollision kommt, muss aber nicht nur jeweils derjenige ausweichen, der KEINE Vorfahrt hat, sondern derjenige der Vorfahrt hat ist auch verpflichtet seien Kurs und seine Geschwindigkeit beizubehalten. So wird verhindert, dass ungünstigerweise beide Surfer gleichzeitig ausweichen, und es so erst zur Kollision kommt.
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Mehr Infos zu Vorfahrtsregeln gibt's beim VDWS.
Wer noch keine Erfahrung mit Wassersport hat, unterschätzt leicht die Kräfte der Natur. Hierzu gehören speziell beim Windsurfen die Stärke des Windes, der Strömung oder auch die Gezeiten. Wer aber die folgenden Regeln beachtet, der bewegt sich stets auf der sicheren Seite.
1. Ausrüstung checken
Wie bei jeder anderen Sportart auch, sollte deine Ausrüstung in einwandfreiem Zustand. Angerissene Powerjoints, verschlissene Tampen oder Ähnliches können unter der Belastung beim Surfen brechen oder reißen und auf dem Wasser schnell zu einer Notsituation führen. Es empfiehlt sich immer einen Ersatztampen dabei zu haben. Den kann man beispielsweise um seinen Trapezhaken wickeln. Auch auf angemessene Bekleidung sollte man unbedingt achten. Im Wasser oder auch im Wind kühlt der Körper um ein Vielfaches schneller aus.
2. Bescheid geben
Grundsätzlich sollte man nie alleine aufs Wasser gehen bzw. Orte wählen, wo auch andere Surfer sind. Einsteiger sollten nie weiter hinaussurfen, als sie im Notfall wieder aus eigener Kraft wieder zurück schwimmen können. Auch gerade wenn man einen längeren Surfausflug plant, sollte man immer bei Bekannten oder an der Surfschule folgende Informationen hinterlassen: Ziel des Ausflugs, voraussichtliche Rückkehr, geplante Pausen unterwegs, Farbe deines Segels?
3. Strömungen
Strömungen sind vom Ufer aus schwer zu erkennen und können gefährlich sein, da man gegen sie kaum anpaddeln oder schwimmen kann, schon gar nicht mit dem Material im Schlepptau. Flüsse haben per Definition eine gewisse Strömung, die je nach Ufer- und Grundbeschaffenheit sowie Wasserstand erheblich variieren kann. Auch an Binnengewässern können Strömungen beispielsweise durch Zu- und Abflüsse entstehen. Lebensgefährlich kann es im Bereich der Wehre von Talsperren werden. Diese sind allerdings durch gut sichtbare Warntafeln gekennzeichnet.
Erkundige dich daher vor dem Surfen, ob und wann in einem Revier starke Strömungen auftreten können.
4. Gezeiten
Am offenen Meer entstehen Strömungen vor allem durch Gezeiten. Bei ablaufendem Wasser - Ebbe - zieht es das Wasser aufs Meer hinaus, bei auflaufendem Wasser - Flut - drückt das Wasser wieder Richtung Küste. Die stärksten Strömungen entstehen, wo der Tidenhub (Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser) besonders groß ist, wo das Wasser um Inseln oder andere im oder gegebenenfalls auch unter Wasser liegende Hindernisse herum fließen muss, in jeweils der dritten und vierten Stunde vor und nach dem Hochwasser.
Im Uferbereich kann die Strömung durch Hindernisse (Sandbänke, Inseln, Buhnen) umgeleitet werden und läuft daher nur selten tatsächlich direkt in Richtung der Gezeiten. Man kann sich also keineswegs darauf verlassen, dass die Strömung bei Flut zum Ufer und bei Ebbe zum Meer hin verläuft.
Erkundige dich daher vor dem Surfen, ob und wann in einem Revier starke Strömungen auftreten können.
5. Was tun im Notfall?
Zurück paddeln oder gleich Hilfe rufen - das ist eine schwierige Entscheidung. Es kommt leider häufig vor, dass man dabei die Entfernung zum Ufer unterschätzt und letztlich doch völlig erschöpft auf Retter angewiesen ist. Besonders gegen starken, ablandigen Wind wird das Paddeln sehr anstrengend. Zurückpaddeln solltest du nur dann, wenn du sicher bist, die Strecke problemlos zu bewältigen.
Zum Paddeln musst du das Rigg unbedingt aus dem Wasser heben und mit der Gabel so auf das Heck deines Boards legen, dass es nicht mehr im Wasser hängt und bremst. Gegebenenfalls musst es auch abbauen oder sogar aufgeben, um dann nur noch mit deinem Board ans Land zurück Paddeln zu können. Wenn du dich für das Hilferufen und Warten auf deine Retter entschieden hast, brauchst du das aufgespannte Rigg als Treibanker, sonst wird dein Brett zu schnell abgetrieben.
6. Hilfe rufen
Hilfe zu rufen ist keine Schande! Das Notsignal muss deutlich und gut sichtbar gegeben werden, damit eine Rettung zügig eingeleitet werden kann. Du hast zwei Möglichkeiten:
A) Du winkst sitzend, kniend oder stehend auf deinem Board mit deinen ausgestreckten Armen langsam auf und ab.
B) Oder du winkst mit einen grellfarbenen Gegenstand, zum Beispiel mit deinem Trapez.
Gib solange Notsignale, bis du sicher bist, dass Hilfe zu dir unterwegs ist. Zusätzlich solltest du in regelmäßigen Abständen dein Rigg aufziehen. Deine Retter können dich im Wellengang oder gegen gleißendes Licht so besser ausmachen. Bleibe in jedem Fall beim Board. So sparst du Kräfte und wirst von den Rettern schneller gefunden.
7. Anderen helfen
Wenn du einen anderen Surfer siehst, der Notsignale gibt, bist du zur Hilfeleistung verpflichtet. Wenn du selbst nicht helfen kannst, informiere umgehend andere Retter. Achte dabei darauf, den in Not geratenen nicht aus den Augen zu verlieren.
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Mehr Infos zu Sicherheitsregeln gibt's beim VDWS.